
Weblogs sind nichts anderes als einfache, kleine, aktuell gehaltene Websites. Warum also sollte für Weblogs etwas anderes gelten als für alle anderen Seiten im Internet? Und so gehorchen sie der gleichen Regel wie alle anderen Websites: der 1-10-90-Regel, die grob etwas wie folgt beschrieben werden kann:
- 1 Prozent der Weblogs sind einzigartige Seiten mit qualitativ hochwertigem Content. Die Autoren haben wirklich eine Botschaft. Sie sprühen vor Elan und Begeisterung. Es macht Spaß und ist kurzweilig bei Ihnen zu lesen. Sie haben Ausdauer und Engagement, das sich deutlich und sehr positiv von anderen Weblogs abhebt. Mit schier unendlich kreativem Elan produzieren sie Anregungen, finden Tipps und liefern Nutzen, auf den die Leser schwer verzichten mögen. Sie sind beliebt und werden regelmäßig aktualisiert.
- 10 Prozent der Weblogs produzieren ihren Content durch die Adaption von anderen Quellen. Sie produzieren weniger eigenen Inhalt, sondern reichern den von anderen Berichten durch eigene Gedanken an. Mit Begeisterung und Schaffenskraft richten sie Ihr Augenmerk eher auf Quantität denn auf Qualität. Sie stellen kreative Querverweise auf und fallen häufiger durch sehr aktuell gehaltene Beiträge auf.
- 90 Prozent der Weblogs dienen entweder Experimentierzwecken oder werden durch Anwendung der Weblog-Technologie mehr oder minder zweckdienlich als modernes Content-Management-System missverstanden oder zweckentfremdet eingesetzt. Der Inhalt dieser Weblog ist entweder aus anderen Quellen mehrfach verwendet oder aus dem Offline-Bereich schlicht und einfach mehr oder minder 1:1 übernommen. Die Veröffentlichungsfrequenz genügt sparsameren Ansprüchen und kann auch schon mal Kontinuität vermissen lassen.
Die Guten ins Töpfchen - die Schlechten ins Kröpfchen?
Als ich diese Regel das erste Mal im Internet las, habe ich verdutzt reagiert. Beim zweiten Nachdenken gaben sie mir zu denken. Ich habe sie hier mit eigenen Worten wiedergegeben und bewusst nicht wörtlich übernommen. Die wesentliche Aussage war für mich wichtiger.
Auch wie gut, dass keiner weiß, alter Inhalt neuer Preis?
Auch wenn ich mich hier nicht auf jedes Detail und jede Zahl festlegen will. Im Großen und Ganzen genügen die Daten damit u.a. ebenso dem bekannten Pareto-Gesetz. Demnach würden von 10-20 Prozent der Weblogs ca. 80 Prozent des bemerkenswerten Informationen erzeugt und veröffentlicht. Ähnliche Beobachtungen habe ich ohne statistische Erhebungen bereits in den letzten Jahren selbst gesammelt.
- Ein geringe Zahl von Weblogs sind die wichtigsten Informationsquellen für mich.
Sie werden regelmäßig gelesen und besucht. Der Nutzwert dieser Seiten ist für mich mit wenigen Änderungen in guter Relation zum veröffentlichten Inhalt.
- Besonders nützlich unter diesen Quellen erweisen sich ganz wenige Weblogs, die für mich in der Art der Schreibe, dem inhaltlichen Konzept oder hilfreichen Tipps und Beigaben praktisch unentbehrlich im virtuellen Alltag geworden sind.
- Ein große Zahl von Weblogs liefern immer wiederkehrende Informationen anderer Weblogs mit mehr oder minder wenig zusätzlichem Nutzwert.
Mein Fazit
Je besser das inhaltliche und strategische Rezept des Weblogs,
je einzigartiger und langzeitstabiler der Nutzwert für mich,
je glaubwürdiger und authentischer die Persönlichkeit des Autoren,
desto größer die Loyalität und Treue, die ich als Leser diesen Weblogs entgegen bringe.
Guter Content zählt und punktet!
Jörg Petermann - einfach-persoenlich.de
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