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Das eigene Buch als Aufhänger für PR

11.02.2007 | Rubrik: Bücher, PR & Medienarbeit, PR im Alltag | 0 Kommentare

Das eigene Buch als Aufhänger für PR

Natürlich ist das eigene Sach- oder Fachbuch schon eine PR-Maßnahme an sich – allerdings begrenzt auf die normalerweise überschaubare Zahl der Leser. Richtig spannend kann es aber werden, wenn man das Erscheinen bzw. die Existenz des Buches als Aufhänger für eine Story und als Eintrittskarte in die Redaktionen einsetzt. Dabei kann man als Autor sowohl auf Buchrezensionen setzen als auch auf redaktionelle Beiträge über den Autor und das Thema des Buches.

Aus der Sicht der Journalisten ist die Rezension ein etabliertes und bei den Lesern beliebtes Format, deshalb spielen sie das Spiel mit. Journalisten werden sich für neue Bücher interessieren, so lange es ihre Leser auch tun. Allerdings muss auch deutlich gesagt werden, dass angesichts der Flut von Neuerscheinungen, die jedes Frühjahr und jeden Herbst auf den Markt kommen, und der begrenzten Aufmerksamkeit des Publikums eine einzelne positive Besprechung ein Buch noch nicht zum Bestseller macht. Selbst eine Erwähnung in „Zeit“, „FAZ“, „Süddeutscher“ oder „NZZ“ befeuert heutzutage nicht automatisch die Verkaufszahlen eines Buches. Außerdem sind auch die Journalisten von der Titelschwemme überfordert, und in ihren Büros stapeln sich die Bücher, die sie besprechen sollen.

So richtig interessant wird die Öffentlichkeitsarbeit deshalb erst, wenn das Buch zur „Story“ wird. Und noch besser ist es, wenn der Autor selbst wesentlicher Bestandteil dieser Story ist. Die Frage ist also: Wie wird das Buch zur Story? Welchen Nachrichtenwert hat das Thema, haben die Thesen des Buches? Dabei muss Story nicht unbedingt Titelseite und große Buchstaben bedeuten. Entscheidend ist nur, dass es eine Geschichte zu erzählen gibt, die über den Inhalt des Buches hinausgeht.

Deshalb ist es auch schon vielen Fachbuchautoren gelungen, sich über eine Story ins Gespräch zu bringen. Hat jemand zum Beispiel eine besondere Managementmethode entwickelt oder ist er der erste, der diese Methode erfolgreich im deutschsprachigen Raum anwendet, so kann das für ein Wirtschaftsmagazin durchaus eine Story sein. Das Buch handelt lediglich von der Methode und ist für sich genommen keine Story. Aber die Erfolgsgeschichten, die aus der Anwendung der Methode resultieren, die erstaunlichen Veränderungen in Unternehmen – darüber lohnt es sich für Wirtschaftsjournalisten zu berichten. Der Artikel erwähnt dann nur ganz am Rande, dass der Macher dieser Erfolge auch ein Buch geschrieben hat. Aber das ist als Werbung für den Autor und das Buch umso wirkungsvoller.

Bei Ratgebern und Sachbüchern lässt sich meist wesentlich einfacher aus dem Buchthema eine Story ableiten als beim Fachbuch. So kann etwa ein neuer Gesundheitsratgeber ein Anlass sein, auf die Situation der Betroffenen aufmerksam zu machen. Zeitschriften, die in Arztpraxen ausliegen, sind voll von solchen Geschichten. Bei aktuellen Sachbüchern lassen sich Buch und Story manchmal kaum trennen. Schreibt etwa ein Journalist das erste Buch über eine neue Krisenregion, so ist ihm das Interesse seiner Kollegen ziemlich sicher. Doch auch hier ist es von Vorteil, wenn es noch Storys über den Buchinhalt hinaus gibt. Hat der Autor unter Einsatz seines Lebens recherchiert? War er im Visier der Geheimdienste? Alles das ist Stoff für weitere Geschichten über den Autor und sein Thema.

Schreibt man ein Buch, um die Öffentlichkeit zu erreichen, sollte man bereits in der Konzeptionsphase darüber nachdenken, was die Story zum Buch aus Sicht der Redakteure sein könnte. Bereits während der Schreibphase gilt es dann, nebenbei Geschichten zu sammeln, die Journalisten interessieren könnten. Und in der Vermarktungsphase sollte der Autor dafür sorgen, dass der Verlag oder eine PR-Agentur die Story verbreitet – nicht nur die Info darüber, dass es ein neues Buch über XYZ gibt ...

Oliver Gorus ist Gründer und Geschäftsführer der Agentur Gorus). Die Agentur berät Sachbuchautoren und unterstützt sie beim Publizieren. Er ist Autor des Buches Erfolgreich als Sachbuchautor. Gekonnt Publizieren – von der Buchidee bis zur Vermarktung

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