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Impressum, Visitenkarte & Öffentlichkeitsarbeit

29.01.2007 | Rubrik: PR & Medienarbeit, PR im Alltag | 0 Kommentare

Welche Bedeutung hat das Impressum? Ganz sicher eine rechtliche, zumindest ab 2007 besteht ja bekanntlich Impressums-Pflicht. So weit so gut. Was hat nun das Impressum mit der Öffentlichkeitsarbeit zu tun? Ich finde: Einfach alles! Was hat denn bitte schön eine Webseite mit Öffentlichkeitsarbeit zu tun, auf der es kein Impressum gibt oder das Impressum so gut versteckt ist, dass man eine halbe Stunde danach suchen muss. Stellen Sie sich das bitte vor:

Sie treffen jemanden und reden mit ihm, lernen ihn kennen und fragen ihm nach seinem Namen. Er dreht sich um und geht. Was würden Sie denn denken? Der normale Fall wäre, dass sie wenigstens Visitenkarten austauschen würden!

Aus meiner Sicht erlebt jeder Besucher einer Webseite das so, ob nun Blog oder nicht, auf dem das Impressum versteckt oder "verbloggt" ist. Für ein Business-Blog gilt das aus meiner Sicht insbesondere. Wenn ich ein Blog besuche, das ich noch nicht kenne, ist mein erster Weg der Klick zum Impressum. Ich möchte wissen, mit wem ich es zu tun habe. Ein normales menschliches Bedürfnis. Aus welchem Grund sollte das denn im Internet anderes sein, als im realen Leben. Ich halte diese strikte Trennung zwischen realer und virtueller Welt sowieso nicht für so glücklich. Schließlich steckt hinter jeder (seriösen) E-Mail ein Mensch!

Sicher ist eine hohe Anonymität im Netz möglich. Do was hat das für einen Sinn? Aus meiner Sicht keinen. Wir alle wollen Menschen in der Realität treffen und kennen lernen. Möglicherweise ist das ja bei einem Online-Shop etwas anderes. Hier geht es nur um das Produkt. Obwohl das auf manchen Online-Shop sicher auch nicht zutreffen wird.

Warnung vor dem Hunde ist ein Hinweis auf: Lass mich in Ruhe!

Klingeln Sie gern an einer Haustür, an der das bekannte Schild mit der Aufschrift "Warnung vor dem Hunde" hängt? Manch einer hat da so seine Probleme. Offenheit hat auch etwas mit Öffentlichkeit zu tun. Welchen Eindruck hat ein Besucher, wenn das Haus von drei Meter hohem Stacheldraht umgeben ist? Sicher keinen einladenden ersten Eindruck! So könnte man sich auf mancher Webseite auch vorkommen, auf der das Impressum fehlt. Internet bedeutet Öffentlichkeit - 24 Stunden am Tag, 365 Tage in den meisten Jahren. Das ist ja gerade der Vorteil. Ich glaube kaum, dass Sie Ihrem Leser oder auch Ihrem Kunden unterschwellig sagen wollen: Eigentlich habe ich keine Lust mir dir zu reden!

Wer es ehrlich meint, zeigt auch sein Profil

Es muss ja nicht gleich immer ein Portrait des Unternehmers, Bloggers oder Webseiteninhabers sein. Aber wenigstens ein Name und seine Motivation, in die virtuelle Öffentlichkeit zu gehen sollten normal sein, auch ohne gesetzliche Vorschrift.

Beim Besuch durchgefallen

Es mag ja sein, dass es nur mir so geht, wenn ich keine Angabe finde, wer denn nun eine bestimmte Webseite zu verantworten hat. Das glaube ich aber nicht. Wie geht es Ihnen? Wenn ich schon den Schritt in die auch reale Öffentlichkeit Internet mache, dann doch bitte schön richtig und mit aller Konsequenz. Wer etwas zu verstecken hat, soll es lassen.

Öffentlichkeitsarbeit hat mit Authentizität zu tun!

Sicher mag das manche Agentur oder PR-Abteilung anders sehen. Für KMU´s oder Freiberufler ist es, aus meiner Sicht, ein grundlegender Erfolgsfraktor authentisch beim Besucher der Webseite (und auch sonst) anzukommen. Sonst kann man sich alles Veröffentlichen im Netz sparen. Es macht einfach keinen Sinn. Authentizität ist die Voraussetzung, dass der Besucher eine Beziehung zu den Aussagen, Bildern oder allgemein zum Inhalt einer Webseite knüpfen kann. Sonst gibt es keinen Grund auf dieser Seite zu bleiben oder wiederzukommen! Das trifft nun wieder besonders für Business-Blogs zu.

Web 1.0 - nur eine Visitenkarte

Wenn das Web 1.0 mit seinen statischen Webseiten mehr bessere Visitenkarten waren, so ist heute das Impressum die Visitenkarte einer dynamischen Webseite oder auch eines Blogs. Ich finde es sehr gut, dass es eine Impressums-Pflicht in 2007 gibt. Hier finde ich den richtigen Ansprechpartner, der kann Entscheidungen treffen oder diesen kann ich zum Essen oder zu einem Kaffee einladen, nicht irgendetwas Virtuelles oder Unpersönliches!

Umdenken beim Thema virtuelle Realität

Letztlich wollen wir alle (oder zumindest viele), die im Netz unterwegs sind auch reale Kontakte, Ergebnisse oder einfach reale Menschen kennen lernen. Auch wenn das sicher nicht immer möglich ist, so ist es doch leichter eine Bindung zu dem virtuellen Angebot zu knüpfen, wenn man weiß, wer hinter einer Webseite oder Blog steckt. Es ist ja wohl nichts leichter als in das Impressum die einfache Wahrheit hineinzuschreiben und das dann nicht zu verstecken.

Fazit

Wenn ich sinnvoll die Öffentlichkeit erreichen will, dann sollte ich auch für Offenheit und Transparenz sein. Ein Impressum ist nicht nur Pflicht, sondern das Signal zur offenen Kommunikation. Zumindest in einem Business-Blog erwarte ich diese Absicht einfach.

Sven Lehmann, streuverluste.de

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